Formular Aufschub der Einkommensteuererklärung

Zweifelsohne gibt es angenehmere Aufgaben als das Erstellen der Steuererklärung. Andererseits wird es in sehr vielen Fällen mit einer Steuererstattung belohnt, wenn sich der Steuerzahler die Mühe macht, die Steuerformulare auszufüllen und fleißig Belege, Rechnungen und Quittungen zu sammeln. Eine Besonderheit bei der Steuererklärung besteht darin, dass sie an eine bestimmte Form gebunden ist. So müssen für eine Einkommenssteuererklärung die amtlichen Formulare genutzt werden. Allerdings ist diese formale Vorgabe nicht ganz so streng, wie es auf den ersten Blick erscheint. Der Steuerzahler kann nämlich ganz traditionell die amtlichen Vordrucke in Papierform beim Finanzamt holen und von Hand ausfüllen. Genauso kann er aber auch ein Steuererklärungsprogramm verwenden oder sich Vordrucke nach amtlichem Muster aus dem Internet herunterladen und per Computer ausfüllen. Außerdem hat der Steuerzahler die Wahl, ob er seine Einkommenssteuererklärung persönlich abgibt, auf dem Postweg verschickt oder elektronisch an das Finanzamt übermittelt.

 

Formular: Aufschub der Einkommensteuererklärung

Auch wenn die Abgabefristen auf den ersten Blick ausreichend lang bemessen scheinen, kann die Zeit am Ende doch knapp werden. Wegen ein paar Tagen Verspätung wird es in aller Regel keine Probleme geben. Lässt die Steuererklärung jedoch zu lange auf sich warten, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag als Strafe erheben. Ratsam ist deshalb, eine Verlängerung der Frist zu beantragen, wenn die Steuererklärung wahrscheinlich nicht rechtzeitig fertig wird. Im Gegensatz zur Steuererklärung als solches, die an eine besondere Form gebunden ist, gibt es für den Antrag auf eine verlängerte Abgabefrist keine offizielles Formular. Stattdessen genügt ein kurzes Schreiben wie die folgende Mustervorlage, um einen Aufschub der Einkommenssteuererklärung zu beantragen.

 

Formular Aufschub der Einkommensteuererklärung

Steuerzahler
Anschrift

Zuständiges Finanzamt
Anschrift

Ort, den Datum

 

Antrag auf Fristverlängerung für die Einkommenssteuererklärung 20.…..

Steuernummer: ……………………………………………
Steuer-Identifikationsnummer: …………………………

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

um die Einkommenssteuererklärung für das Jahr 20.….. fertig stellen zu können, benötige ich …. (z.B. Bescheid der Arbeitsagentur oder Familienkasse, Erklärung des Arbeitgebers, Bestätigung der Bank/der Versicherungsgesellschaft)… Diese Unterlagen liegen mir bislang jedoch nicht vor.

[Oder: Bedingt durch eine schwere Erkrankung, eine längere Dienstreise, meine Heirat/einen unerwarteten Todesfall/meine Scheidung/die Geburt meines Kindes und den damit verbundenen Änderungen meiner persönlichen Verhältnisse, muss ich nun viel Büro- und Schreibarbeit nachholen.]

Aller Voraussicht nach wird es mir deshalb nicht möglich sein, die Einkommenssteuererklärung für das Jahr 20.…… fristgerecht einzureichen.

Aus diesem Grund beantrage ich hiermit eine Verlängerung der Abgabefrist bis zum ………………………………..

Für Ihr Verständnis und Entgegenkommen vielen Dank vorab.

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift

 

Die Fristen für die Abgabe der Einkommenssteuererklärung

Formular Aufschub der EinkommensteuererklärungNeben den formalen Vorgaben ist die Einkommenssteuererklärung an bestimmte Abgabefristen gebunden. Wie viel Zeit sich der Steuerzahler nehmen kann, um seine Steuererklärung anzufertigen, hängt davon ab, ob er sie freiwillig abgibt oder ob er dazu verpflichtet ist. Besteht eine Abgabepflicht, wird von einer Pflichtveranlagung gesprochen. Diese ist unter anderem dann gegeben, wenn der Steuerzahler Freibeträge beantragt hatte, wenn er steuerpflichtiges Arbeitseinkommen von mehreren Arbeitgebern erzielt hat oder wenn er zusammen mit seinem Ehepartner nach der Steuerklassenklassenkombination IV/IV besteuert wurde. Außerdem muss eine Steuererklärung abgegeben werden, wenn der Steuerpflichtige Lohnersatzleistungen wie Krankengeld, Elterngeld oder Arbeitslosengeld bezogen hat. Bei einer Pflichtveranlagung endet die Abgabefrist immer am 31. Mai des Folgejahres.

Besteht keine Abgabepflicht, kann der Steuerzahler seine Steuererklärung auf freiwilliger Basis abgeben. Da sein Arbeitgeber die fällige Lohnsteuer automatisch vom Arbeitsentgelt einbehält und jeden Monat an das Finanzamt abführt, hat der Arbeitnehmer seine Steuerschulden zwar bereits bezahlt. Aber die Höhe der Steuervorauszahlungen stimmt nicht immer mit der tatsächlichen Steuerschuld überein. Hat der Arbeitnehmer nämlich beispielsweise nicht das ganze Jahr über ein Arbeitseinkommen erzielt, sondern war er zeitweise arbeitslos oder längere Zeit krank, oder übe

rsteigen seine Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen, Vorsorgeaufwendungen oder anderen Ausgaben die Freibeträge und Pauschalen, hat er vermutlich mehr Steuern bezahlt als er gemusst hätte. Gibt er nun seine Einkommenssteuererklärung ab, erstattet ihm das Finanzamt die zuviel bezahlten Steuern zurück. Für die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung kann sich der Steuerzahler vier Jahre lang Zeit lassen, der Stichtag in diesem Fall ist jeweils der 31. Dezember.

Weitere Infos zur Abgabepflicht und den Fristen für die Einkommenssteuererklärung zeigt dieses Video.