Arbeitszeugnis, Vorlage für die Ausbildung

Arbeitszeugnis, Vorlage für die Ausbildung

 

Genauso wie ein Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis von seinem Arbeitgeber verlangen kann, wenn er aus dem Betrieb ausscheidet oder wenn er ein Zwischenzeugnis für seine Bewerbungsmappe benötigt, hat auch ein Azubi Anspruch auf ein Ausbildungszeugnis. Ein solches Ausbildungszeugnis muss der Ausbildungsbetrieb dem Azubi aushändigen, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist. Dies gilt auch dann, wenn der Azubi übernommen wird, also weiterhin als Arbeitnehmer in dem Unternehmen tätig sein wird. Dies erklärt sich damit, dass der Ausbildungsvertrag und damit ein eigenständiges Beschäftigungsverhältnis mit dem Erreichen des Ausbildungsziels endet. Selbst wenn der Azubi in dem Unternehmen bleibt, ist er künftig kein Azubi mehr, sondern es wird auf Basis eines Arbeitsvertrags ein neues Arbeitsverhältnis zwischen ihm als Arbeitnehmer und seinem Arbeitgeber begründet. Die Berufsausbildung als eigenständiger und nun abgeschlossener Abschnitt wird durch das Ausbildungszeugnis dokumentiert.

 

Die Inhalte eines Ausbildungszeugnisses

Ähnlich wie ein Arbeitszeugnis informiert ein Ausbildungszeugnis darüber, welche Aufgaben und Tätigkeiten der Azubi übernommen hat und wie seine erbrachten Leistungen und sein Verhalten bewertet werden. Zusätzlich dazu enthält ein Ausbildungszeugnis aber noch Angaben zur absolvierten Ausbildung und den vermittelten Ausbildungsinhalten. Insgesamt sind die Inhalte eines Ausbildungszeugnisses meist in sechs Abschnitte gegliedert:

1. Persönliche Daten des Azubis sowie Angaben zum Ausbildungsberuf und der Ausbildungsdauer

2. Angaben zum Aufbau der Ausbildung und den Ausbildungsorten sowie Auflistung der vermittelten Ausbildungsinhalte

3. Beurteilung der erbrachten Leistungen, Nennung von besonderen Fertigkeiten, Kenntnissen und Stärken sowie Angaben zu erworbenen Zusatzqualifikationen

4. Angaben zur Führung des Azubis im Arbeitsalltag und zum Verhalten im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden

5. Informationen zum Ergebnis der Abschlussprüfung und Angabe, ob der Azubi übernommen oder weshalb er nicht weiterbeschäftigt wird.

6. Schlussformel mit Wünschen für die Zukunft

Ein Ausbildungszeugnis wird grundsätzlich von Hand unterschrieben. Zusätzlich dazu werden unter der Unterschrift der Name und die Position des Unterschreibenden sowie der Ort und das Datum angegeben.

 

Die Formulierungen im Ausbildungszeugnis

Sowohl für Arbeits- als auch für Ausbildungszeugnisse gilt das Grundprinzip des Wohlwollens. Das bedeutet, die Angaben im Zeugnis müssen zwar der Wahrheit entsprechen, gleichzeitig muss das Zeugnis aber so verfasst sein, dass es keine nachteiligen Folgen für die berufliche Zukunft hat. Um diese beiden Vorgaben zu erfüllen, hat sich in Zeugnissen eine eigene Sprache entwickelt. Durch entsprechende Formulierungen kann der Arbeitgeber so die Leistungen wie mit Schulnoten bewerten, ohne dass es negativ klingt. Steht in dem Arbeitszeugnis beispielsweise, dass der Azubi seine Aufgaben stets zur vollsten Zufriedenheit des Arbeitgebers erledigt hat, entspricht dies der Schulnote 1. Hat sich der Azubi hingegen bemüht, die Aufgaben zur Zufriedenheit zu erledigen, bewertet der Arbeitgeber die erbrachten Leistungen mit der Schulnote 5. Daneben kann der Arbeitgeber auf rhetorische Mittel zurückgreifen, um seine Beurteilung zum Ausdruck zu bringen. Gängige Stilmittel dabei sind Verneinungen, viele passive Formulierungen, Einschränkungen, ausgelassene Wörter oder umgekehrte Reihenfolgen. Rhetorische Mittel richtig zu interpretieren, ist allerdings mitunter recht schwierig, denn sie sind nicht immer tatsächlich negativ gemeint. Weitere Infos zur Zeugnissprache erklärt dieses Video:

 

Musterbeispiel: Arbeitszeugnis, Vorlage für die Ausbildung

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