Hundehaftpflichtversicherung kündigen: Infos, Tipps & Vorlagen

Aktualisiert am 21 September, 2020 von Ömer Bekar

Infos zu Hundehaftpflichtversicherung kündigen
Die Hundehaftpflichtversicherung können Sie ordentlich und außerordentlich kündigen.

Ein Hund ist ein treuer Begleiter und kann viel Freude in die Familie bringen. Aber er kann auch allerlei Schäden verursachen. Gut ist dann, wenn Herrchen und Vierbeiner über eine Hunde-Haftpflichtversicherung abgesichert sind. Denn zumindest um die finanziellen Folgen muss sich der Halter dann keine Sorgen machen. In einigen Bundesländern ist so eine Versicherung sogar vorgeschrieben. Aber wie bei allen Versicherungen lohnt sich auch bei der Haftpflichtversicherung für Hunde ein Vergleich. Und wenn Sie woanders einen günstigeren Vertrag abschließen können oder die Police nicht mehr brauchen, können Sie die Hundehaftpflichtversicherung kündigen. Wir erklären, was Sie dazu wissen sollten.

Ein irisches Sprichwort besagt, dass ein Hund wie ein Herz auf vier Beinen ist. Das Spielen und Kuscheln mit dem vierbeinigen Begleiter setzt zusammen mit seiner bedingungslosen Treue Glückshormone frei. Tatsächlich wird der eigene Hund nicht selten zum guten, vielleicht besten Freund seines Menschen.

Aber auch der liebste Hund kann etwas anstellen und sich oder andere verletzen. Neben den direkten Folgen für die Betroffenen kann das dann sehr hohe Kosten für den Halter mit sich bringen. Deshalb ist es sinnvoll, den Vierbeiner abzusichern. In einigen Bundesländern ist der Halter sogar gesetzlich verpflichtet, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen.

Andererseits sind Sie natürlich nicht für immer an eine Police gebunden. Wir erklären, worauf es bei der Hundehaftpflichtversicherung ankommt und wie Sie den Vertrag kündigen können.

Was ist eine Hundehaftpflichtversicherung?

Ähnlich wie die private Haftpflicht– und die Kfz-Haftpflicht- schützt die Hundehaftpflicht-Versicherung den Versicherten vor Schadensersatzansprüchen Dritter. Dabei bezieht sich die Hundehaftpflicht auf die Schäden, die der Vierbeiner verursacht hat. Per Gesetz muss nämlich grundsätzlich der Hundehalter für solche Schäden einstehen, selbst wenn ihn gar keine Schuld trifft.

Die Hundehaftpflichtversicherung deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab. Ob der Hund auf die Straße läuft und einen Verkehrsunfall verursacht, Nachbars Garten verwüstet, einen anderen Hund beißt oder ausbüchst und einen ungewollten Deckakt vollzieht: Die Hundehaftpflichtversicherung steht dem Halter zur Seite und reguliert die Schäden. Andersherum wehrt die Versicherung aber auch Ansprüche auf Schadensersatz ab, die nicht berechtigt sind.

Wer braucht eine Hundehaftpflichtversicherung?

Für die Hundehaftpflicht gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung. Das liegt daran, dass jedes Bundesland seine eigene Hundeverordnung hat. Teilweise sehen die Hundegesetze sogar vor, dass die Städte, Gemeinden und Kommunen im jeweiligen Bundesland selbst bestimmen können, ob eine Versicherungspflicht gilt.

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Wie die Hundehaftpflicht geregelt ist, haben wir in der folgenden Tabelle für Sie zusammengefasst:

Versicherungspflicht für alle Hundehalter

Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Versicherungspflicht nur für Halter von Hunden bestimmter Rassen

Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen

Hundehaftpflichtversicherung empfohlen, aber keine Pflicht

Bayern, Mecklenburg-Vorpommern

Doch selbst wenn an Ihrem Wohnort und für Ihren Vierbeiner gesetzlich keine Hundehaftpflichtversicherung vorgeschrieben ist, sollten Sie nicht auf diese Absicherung verzichten. Denn die Beiträge für die Versicherung sind nicht besonders hoch. Im Unterschied dazu können Schadenshöhen im sechs- bis siebenstelligen Bereich entstehen, wenn der Hund einen Unfall verursacht, bei dem nicht nur Dinge kaputtgehen, sondern auch Menschen oder andere Tiere verletzt werden.

Welche Leistungen sind bei der Hundehaftpflichtversicherung wichtig?

Mit einer Hundehaftpflichtversicherung sind Sie im Ernstfall abgesichert. Grundsätzlich haften Sie als Halter nämlich für alle Schäden, die Ihr Hund anrichtet. Und solche Schäden können ganz schön teuer werden. Die Versicherung kommt für die Kosten auf und wehrt unberechtigte Forderungen ab.

Wie bei jeder Versicherung zählt am Ende aber, welche Leistungen Ihr Tarif umfasst. Denn natürlich nutzt Ihnen die Hundehaftpflichtversicherung wenig, wenn ausgerechnet der vorliegende Schaden vom Versicherungsumfang nicht abgedeckt ist.

Der Basisschutz einer Hundehaftpflichtversicherung beinhaltet Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Um den Beitrag etwas günstiger zu halten, können Sie eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Im Schadensfall bezahlen Sie dann die Selbstbeteiligung und der Versicherer übernimmt den Rest.

Durch das sogenannte Fremdhüterrisiko springt die Versicherung auch dann ein, wenn der Schaden nicht in Ihrem Beisein passiert, sondern Familienmitglieder, Freunde oder andere Personen auf den Hund aufpassen. Bei den meisten Tarifen ist dieses Risiko mit eingeschlossen.

Neben dem Basisschutz kann der Tarif noch verschiedene andere Bausteine beinhalten. Dazu gehören zum Beispiel Mietsachschäden. Damit ist gemeint, dass die Versicherung greift, wenn Sie mit dem Vierbeiner in Urlaub sind und er im Hotelzimmer oder Ferienhaus etwas kaputtmacht.

Ungewollte Deckakte oder das Führen ohne Leine können weitere Tarifmerkmale sein. Führen ohne Leine bedeutet, dass Schäden abgesichert sind, die passieren, während der Hund nicht angeleint war, auch wenn an dem jeweiligen Ort Leinenpflicht bestand.

Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, sollten Sie sich das Kleingedruckte gut durchlesen. Vergleichen Sie außerdem immer mehrere Tarife miteinander. Denn teilweise bekommen Sie bei einem Anbieter weit bessere Leistungen für das gleiche Geld. Oder Sie können sparen, indem Sie auf Bausteine verzichten, die Sie ohnehin nicht brauchen.

Wie kann ich die Hundehaftpflichtversicherung kündigen?

Je nachdem, wo Sie wohnen und welchen Hund Sie sich anschaffen, müssen Sie eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen. Besteht keine gesetzliche Pflicht, können Sie sich freiwillig für einen Vertrag entscheiden. Doch in beiden Fällen muss die Versicherung nicht ewig weiterlaufen.

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Wenn Sie ein besseres Angebot finden und wechseln möchten, aber auch wenn Ihr Hund verstorben ist oder Sie ihn weggegeben haben, können Sie die bestehende Hundehaftpflichtversicherung kündigen. Dabei kommt dann entweder eine ordentliche Kündigung oder eine außerordentliche Kündigung in Frage.

Die Hundehaftpflichtversicherung ordentlich kündigen

Jeder Versicherungsvertrag für die Hundehaftpflicht hat eine bestimmte Laufzeit. Meist beträgt diese Laufzeit ein Jahr. Kündigen Sie die Hundehaftpflichtversicherung nicht oder zu spät, verlängert sich der Vertrag automatisch um eine weitere Laufzeit. Die Kündigungsfrist bei einem Ein-Jahres-Vertrag liegt in aller Regel bei drei Monaten.

Für eine ordentliche Kündigung muss Ihr Kündigungsschreiben dem Anbieter also spätestens drei Monate vor Ablauf des aktuellen Versicherungsjahres vorliegen.

Ordentlich und fristgerecht können Sie die Hundehaftpflichtversicherung immer zum Ende der aktuellen Laufzeit kündigen. Dafür genügt ein kurzes Schreiben, in dem Sie eindeutig erklären, dass Sie den Vertrag nicht fortführen möchten. Begründen müssen Sie die Kündigung nicht. Damit Ihr Schreiben eindeutig zugeordnet werden kann, sollten Sie aber die Policennummer immer angeben.

Seit einer Gesetzesänderung ist die Schriftform bei vielen Verträgen nicht mehr vorgeschrieben. Sie müssen die Kündigung also nicht unbedingt von Hand unterschreiben und per Post verschicken. Stattdessen können Sie auch per E-Mail oder Fax kündigen. Trotzdem sind Sie mit einem klassischen Brief, verschickt als Einschreiben, am besten beraten. Denn im Zweifel haben Sie damit einen Beleg dafür, dass der Versicherer Ihre Kündigung fristgerecht erhalten hat.

Vorlage für eine ordentliche Kündigung der Hundehaftpflicht

Wie schon erwähnt, müssen Sie bei einer fristgerechten Kündigung zum Ablauf der Vertragslaufzeit nur erklären, dass Sie den Vertrag beenden wollen. Wie Ihr Schreiben aussehen kann, zeigt Ihnen unsere Vorlage.

Hundehalter
Anschrift

Versicherungsunternehmen
Anschrift

Datum

Kündigung der Hundehaftpflichtversicherung (Name des Tarifs)
Versicherungsnummer: ____________________

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich den oben genannten Vertrag fristgerecht zum Ende der aktuellen Versicherungslaufzeit.

Bitte bestätigen Sie mir meine Kündigung schriftlich. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen,
Unterschrift

Versicherungsverträge mit längeren Laufzeiten

Normalerweise läuft eine Hundehaftpflicht über ein Jahr. Allerdings gibt es auch Verträge über drei, fünf und zehn Jahre. Entscheiden Sie sich für einen Mehrjahresvertrag, gewährt Ihnen der Versicherer meist einen Rabatt. Allerdings kommen Sie auch nicht so schnell aus dem Vertrag heraus. Möchten Sie die Hundehaftpflichtversicherung wechseln oder kündigen, ist das bei

möglich. In allen drei Fällen bleibt es bei der Kündigungsfrist von drei Monaten. Nach der ersten Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag in den Folgejahren dann immer um ein weiteres Jahr, wenn Sie nicht kündigen.

Die Hundehaftpflichtversicherung außerordentlich kündigen

In bestimmten Fällen können Sie die Hundehaftpflichtversicherung auch außerordentlich kündigen. Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie zum Beispiel dann, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht, ohne auch den Leistungsumfang zu erweitern. Die Kündigung müssen Sie innerhalb von einem Monat, nachdem der Versicherer die Beitragserhöhung angekündigt hat, aussprechen. Als Begründung nennen Sie die gestiegene Prämie.

Daneben können Sie außerordentlich kündigen, wenn es einen Schadensfall gab. Ob der Versicherer den Schaden übernommen oder abgelehnt hat, spielt keine Rolle. Für die Hundehaftpflicht-Kündigung nach einem Schadensfall haben Sie einen Monat Zeit. Aber Vorsicht: Nach einem Schaden kann der Vertrag auch vom Versicherer gekündigt werden.

Kündigung bei Tod des Hundes

Außerdem können Sie die Hundehaftpflichtversicherung außerordentlich kündigen, wenn der versicherte Hund verstirbt. Gleiches gilt, wenn Sie den Hund verkauft oder abgegeben haben und deshalb nicht mehr sein Halter sind.

Bei einer außerordentlichen Kündigung müssen Sie die dreimonatige Kündigungsfrist nicht einhalten. Stattdessen können Sie mit sofortiger Wirkung kündigen. Als Grund für die Kündigung geben Sie den Tod oder die Abgabe des Vierbeiners an.

Als Nachweis können Sie dem Schreiben ein Attest oder die Rechnung des Tierarztes beilegen. Auch die Bescheinigung, dass Sie den Hund von der Hundesteuer abgemeldet haben, können Sie als Beleg nutzen. So vermeiden Sie Rückfragen.

Bereits gezahlte Beiträge für das laufende Versicherungsjahr wird Ihnen der Versicherer anteilig erstatten. Damit das zügig erledigt werden kann, geben Sie im Kündigungsschreiben am besten gleich Ihre Bankverbindung an.

Für diesen Fall haben wir ebenfalls einen Musterbrief für Sie vorbereitet:

Hundehalter
Anschrift

Versicherungsunternehmen
Anschrift

Datum

Außerordentliche Kündigung der Hundehaftpflichtversicherung (Name des Tarifs)
Versicherungsnummer: ____________________

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

am __________ ist mein Hund (Name) leider gestorben. Aus diesem Grund kündige ich die oben genannte Hundehaftpflichtversicherung außerordentlich und mit sofortiger Wirkung.

Die Bescheinigung des Tierarztes / tierärztliche Rechnung über die Einschläferung / Abmeldebescheinigung von der Hundesteuer lege ich diesem Schreiben in Kopie als Nachweis bei.

Bitte erstatten Sie die anteilige Versicherungsprämie auf mein Konto IBAN ____________________ bei der (Name der Bank). Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift