Brief nicht angekommen: Das können Sie tun

Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu Brief nicht angekommen
Es kommt immer mal wieder vor, dass ein Brief nicht ankommt.

Ob geschäftliche Unterlagen, wichtige Dokumente, private Nachrichten oder persönliche Grüße: Wer einen Brief verschickt, möchte natürlich, dass dieser schnell, sicher und unbeschadet beim Empfänger ankommt. Und in den meisten Fällen klappt das auch. Nur kann es eben genauso passieren, dass Briefe unterwegs beschädigt werden oder verloren gehen. In diesem Ratgeber haben wir zusammengestellt, was Sie tun können, wenn Ihr Brief nicht angekommen ist.

Auch wenn im digitalen Zeitalter viel Post auf elektronischen Wegen verschickt wird, ist der klassische Brief nicht wegzudenken. Zumal es Unterlagen und auch Gegenstände gibt, die sich nun mal in einem Umschlag auf den Weg zum Empfänger machen müssen.

Die Deutsche Post befördert jeden Tag rund 57 Millionen Briefe. Und der überwiegende Großteil der Sendungen erreicht schnell und sicher sein Ziel. Aber bei der riesigen Menge an Post lässt sich eben nicht ausschließen, dass in Einzelfällen etwas schiefgeht.

Wenn nun ausgerechnet Ihr Brief nicht angekommen ist, ist das zwar ärgerlich. Doch es besteht durchaus die Chance, dass die Sendung doch noch auftaucht. Wir geben Ihnen Infos und Tipps, wie Sie in so einem Fall vorgehen können.

Ab wann gilt eine Briefsendung als verloren?

Zunächst einmal müssen Sie Geduld haben. Normalerweise werden Briefsendungen innerhalb Deutschlands zwar in ein bis zwei Tagen zugestellt.

In Zeiten mit einem hohen Postaufkommen, zum Beispiel vor Weihnachten, kann es auch etwas länger dauern. Gleiches gilt für Briefe, die als Bücher-/Warensendungen verschickt werden. Briefe ins Ausland sind ebenfalls länger unterwegs.

Aber bei normalen Briefsendungen garantiert die Deutsche Post keine bestimmte Lieferfrist. Sie macht also keine verbindlichen Zusagen, innerhalb wie vieler Tage normale Briefe zugestellt werden. Stattdessen gilt:

Eine Sendung gilt dann als verloren, wenn sie innerhalb von 20 Tagen nach der Einlieferung nicht beim Empfänger angekommen ist und ihr Verbleib nicht ermittelt werden kann.

Es macht deshalb wenig Sinn, wenn Sie schon nach zwei oder drei Tagen Kontakt mit der Post aufnehmen. Zumal es verschiedene Gründe geben kann, warum die Zustellung länger dauert.

Denkbar ist zum Beispiel, dass der Brief unleserlich beschriftet wurde oder die Adresse falsch ist. Genauso ist möglich, dass sich die Briefmarken abgelöst haben oder das Porto nicht ausreicht. In solchen Fällen wird der Brief meist an den Absender zurückgeschickt. Nur kann das zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen.

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Ist Ihr Brief nicht angekommen, sollten Sie daher die 20 Tage abwarten. Dann können Sie die Post damit beauftragen, nach Ihrer Sendung zu forschen.

Was tun, wenn der Brief nicht angekommen ist?

Lässt der Brief auf sich warten, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass er nicht mehr auftaucht. Bei normalen Briefen wird sich die Suche zwar etwas schwieriger gestalten als bei Einschreiben. Aber es kann durchaus gelingen, den Brief doch noch zu finden. Sie können dabei folgendes unternehmen:

Kontrollieren Sie die Anschriften

Zunächst einmal sollten Sie sich mit dem Empfänger in Verbindung setzen. Gleichen Sie ab, ob Sie die richtige Anschrift auf den Brief geschrieben haben. Sind Sie der Empfänger, sollten Sie sich ebenfalls beim Absender erkundigen, welche Anschrift er verwendet und wann genau er den Brief abgeschickt hat.

Stellt sich heraus, dass sich bei der Adresse ein Fehler eingeschlichen hat, kann gut sein, dass der Brief mit Verzögerung doch noch ankommt. Nur dauert es dann länger, bis die Sendung zugeordnet werden kann. Ist die Zustellung nicht möglich, wird die Post den Brief meist an den Absender zurückschicken.

Tipp: Geben Sie als Absender immer Ihre Adresse auf dem Briefumschlag an. Sollte die Post den Brief wegen einer fehlerhaften oder unbekannten Empfängeradresse nicht zustellen können, kommt die Sendung so schneller zu Ihnen zurück. Fehlt die Angabe, muss der Brief den Umweg über eine zentrale Servicestelle nehmen. Dort versuchen die Mitarbeiter dann, die Adresse zu ermitteln.

Hören Sie sich bei Ihren Nachbarn um

Fragen Sie bei Ihren Nachbarn nach, ob der Brief nicht versehentlich bei ihnen angekommen ist. Vor allem in Mehrfamilienhäusern kann es durchaus mal passieren, dass ein Umschlag zwischen die andere Post rutscht und so im falschen Briefkasten landet.

Mit etwas Glück ist Ihr Brief dann schon längst vor Ort, nur wurde er eben einfach nur falsch eingeworfen. Vielleicht kannte Ihr Nachbar Ihren Namen aber auch nicht und hat den Brief dem Zusteller deshalb wieder mitgegeben, nachdem er den Irrtum bemerkt hatte. In diesem Fall wissen Sie zumindest, dass sich die Sendung verirrt hat und früher oder später zum Absender zurückkehrt.

Stellen Sie einen Nachforschungsauftrag bei der Post

Sind 20 Tage vorbei und vom Brief fehlt noch immer jede Spur, können Sie die Post damit beauftragen, nach der Sendung zu forschen. So einen Nachforschungsauftrag können Sie sowohl für normale, unversicherte Standardbriefe als auch für Briefe stellen, die Sie per Einschreiben verschickt haben.

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Die Suche können Sie online in Auftrag geben. Auf der Webseite der Post ist dafür ein entsprechendes Online-Formular hinterlegt, das Sie ausfüllen können. Das gleiche Formular können Sie auch nutzen, wenn der Brief zwar angekommen ist, der Inhalt aber fehlt oder die Sendung beschädigt wurde.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich telefonisch an den Kundenservice der Post wenden. Die Servicezentrale ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr, samstags bis 14 Uhr unter der Rufnummer 0228 4333112 zu erreichen.

Auf der Post-Webseite finden Sie unter der Rubrik „Hilfe“ außerdem mehrere Bereiche, in denen zahlreiche Informationen bereitgestellt und häufige Fragen beantwortet werden. Dort sind auch die richtigen Ansprechpartner für Geschäftskunden sowie die Sparten E-Post und International aufgeführt.

Haben Sie den Nachforschungsauftrag gestellt, startet die Post die Suche nach dem verlorenen Brief. Bei einer normalen Briefsendung ist das allerdings nicht ganz einfach. Denn eine Sendung durchläuft auf ihrem Weg vom Absender bis zum Empfänger mehrere Sortierzentren. Anders als bei einem Paket oder einem Einschreiben wird ein Standardbrief dabei aber nicht gescannt. Deshalb hat die Post keinen genauen Anhaltspunkt, an welchem Standort der Brief zuletzt registriert wurde.

Trotzdem kann die Suche gelingen. Herrenlose Schreiben und Sendungsinhalte werden nämlich zentral im Servicecenter in Marburg erfasst. Die Mitarbeiter dort dürfen Briefe sogar öffnen, um Informationen über den Absender und Empfänger zu ermitteln.

Die Nachforschung kostet Sie nichts. Nach spätestens sechs Wochen erhalten Sie dann eine Rückmeldung von der Post, ob Ihr Brief gefunden wurde oder ob nicht.

Übrigens

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass nur der Absender einen Nachforschungsauftrag stellen kann. Es ist zwar richtig, dass der Absender der Vertragspartner des Versandunternehmens ist. Schließlich hat er den Versand in Auftrag gegeben, indem er das Porto bezahlt und den Brief für den Transport eingeliefert hat.

Doch das ändert nichts daran, dass auch der Empfänger die Nachforschung nach einem Schreiben, das an ihn gerichtet und für ihn bestimmt war, in Auftrag geben kann.

Sprechen Sie Ihren Zusteller an

Natürlich können Sie auch Ihren Zusteller darauf ansprechen, dass bei Ihnen ein Brief nicht angekommen ist. Er kann daraufhin einen Vermerk hinterlegen. Sollte ein entsprechender Brief auftauchen, sorgt der Vermerk dafür, dass die Sendung Ihnen zugeordnet werden kann.

Wann und in welcher Höhe haftet die Post, wenn ein Brief nicht angekommen ist?

Normale Briefsendungen sind nicht versichert. Deshalb haben Sie auch keinen Anspruch auf eine Entschädigung, wenn der Brief nicht angekommen ist oder der Inhalt fehlt oder beschädigt wurde.

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Die Post haftet nur dann bei Verlust oder Beschädigung, wenn Sie für die Sendung entsprechende Zusatzleistungen vereinbart haben. Bei Briefen ist das zum Beispiel der Fall, wenn Sie den Versand als Einschreiben wählen. Dadurch ist die Sendung bis zu einem bestimmten Höchstbetrag versichert.

Allerdings ist die Summe überschaubar. Je nach Art des Einschreibens beläuft sich der Haftungsumfang nämlich auf gerade einmal 20 bis 25 Euro.

Außerdem müssen Sie den Inhalt Ihrer Sendung belegen. Haben Sie beispielsweise Dokumente verschickt, erstattet die Post bis zur Höchstgrenze die Kosten, die für die Wiederbeschaffung der Unterlagen anfallen. Folgeschäden, etwa weil ein Vertrag wegen der fehlenden Dokumente nicht zustande kam, sind nicht abgedeckt.

Und: Bargeld sind grundsätzlich nicht versichert. Haben Sie also zum Beispiel Grüße zum Geburtstag verschickt und kommt beim Empfänger nur die Glückwunschkarte ohne das Geld an, das Sie hineingelegt hatten, haben Sie Pech gehabt.

Tipp: Wenn Sie Geld, Gutscheine, Tickets und ähnliche Werte verschicken wollen, sollten Sie das per Wertbrief tun. Das Porto für einen Wertbrief ist zwar recht hoch. Aber dafür ist der Inhalt auch wesentlich höher abgesichert als bei einem Einschreiben. Sollte unterwegs etwas schiefgehen, bleiben Sie so zumindest nicht auf dem Verlust sitzen.

Ist der Versand als Einschreiben sicherer?

Einschreiben nehmen die gleichen Wege wie normale Briefe. Es gibt unterwegs keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Stattdessen durchlaufen sie die gleichen Sortierzentren. Deshalb ist das Risiko, dass ein Einschreiben verzögert, beschädigt oder gar nicht ankommt, unterm Strich genauso hoch wie einem einfachen Brief.

Das Einschreiben hat allerdings den Vorteil, dass die Post gezielter danach suchen kann. Denn durch die zugeteilte Sendungsnummer kann sie besser nachvollziehen, wo das Schreiben zuletzt gescannt wurde. Außerdem können Sie über die Nummer online nachverfolgen, wo sich Ihr Brief gerade befindet.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass bei einem Einschreiben dokumentiert ist, wann der Brief dem Empfänger zugestellt wurde. Damit haben Sie letztlich zwar auch nur einen Beleg dafür, dass der Empfänger Ihr Schreiben empfangen hat. Ob der Inhalt vollständig ist, steht nicht fest. Trotzdem können Sie sich sicher sein, dass der Brief zumindest angekommen ist.

Bei Briefen, die einen wichtigen Inhalt haben, sind Sie mit einem Einschreiben insgesamt besser beraten. Gleiches gilt, wenn Sie im Zweifel nachweisen müssen, dass der Brief rechtzeitig beim Empfänger eingetroffen ist. Das ist zum Beispiel bei Kündigungen der Fall.